Betreutes Wohnen

In den Familienhäusern der Stiftung wohnen auch Kinder, die stärker geistig behindert sind. Diese Kinder dürfen die Spezial-Berufsschule nicht besuchen und ein selbständiges Leben ist für sie nicht möglich. Da es für solche junge Menschen in Rumänien keine spezialisierten Einrichtungen gibt, blieb für sie nur ein Wohnplatz in einem staatlichen Altenheim oder der Psychiatrie.

Um auch diesen jungen Menschen ein Heim mit professioneller Betreuung zu bieten, wurde im Jahr 2006 in der Ortschaft  Bikafalva mit dem Bau eines neuen Hauses für betreutes Wohnen begonnen. Im Oktober 2007 konnten dann die ersten Mädchen, jetzt schon über 20 Jahre alt, vom Familienhaus in das neue Haus für betreutes Wohnen umziehen.

Heute wohnen sechs junge Frauen in diesem Haus. Sie werden rund um die Uhr betreut und in alle häuslichen Aufgaben mit einbezogen. Ziel ist es, dass sie vielleicht einmal selbständig, aber begleitet, wohnen können.

Auf die Gesundheitsfürsorge wird großen Wert gelegt. Regelmäßige Arztbesuche werden durchgeführt. Durch die Mangelversorgung in der Kindheit haben alle sehr schlechte Zähne und jedes Mädchen benötigt Zahnersatz oder sogar eine Prothese. Im hauseigenen Gymnastikraum findet zweimal pro Woche ein spezielles Körpertraining mit einer Physiotherapeutin statt, damit  Bewegungseinschränkungen durch Behinderung oder Haltungsschäden aus der Kindheit verbessert werden können. Auch Reittherapien sollen hier Abhilfe schaffen.

Mit der Reittherapie wurde im Sommer 2010 begonnen. Dafür stehen zwei stiftungseigene Islandpferde im Jugenddorf Lokod zur Verfügung. Seit Oktober 2011 kommt jede Woche eine Logopädin in das Haus für betreutes Wohnen, da mehrere Mädchen auch starke Sprachstörungen haben. Erste Erfolge haben sich bereits eingestellt.

Die Summe all dieser Maßnahmen soll als oberste Priorität insbesondere Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen der jungen Frauen fördern.

Hierbei hilft den jungen Bewohnerinnen auch die Arbeit in der „Beschützten Werkstatt“.
Diese Werkstatt ist ebenfalls in Bikafalva und in nur 500 Metern vom Wohnhaus erreichbar.

Seit März 2009 beteiligt sich die Bezirksregierung mit einem Zuschuss an den laufenden Kosten für das Haus.